Bruder Klaus – Feldkapelle

Foto: Thomas Meyer

Da baut einer in einem verlassenen Winkel ein Gotteshaus.

Dazu nimmt er ungefähr 112 ca. 14 Meter lange Fichtenstämme ohne Äste.
Formiert sie senkrecht – aufrecht, ganz eng nebeneinander. 

Rund um die tropfenförmig angeordnen Stämme fasst er diese nach und nach mit Stampf-Beton ein. Cirka. 20 cm breit wird die Mauer, die rund im die Stämme entseht. Schicht für Schicht wächst.

In unregelmäfigen Abständen legt er mauerbreite ca. 1 cm Durchmesser starke Metallröhrchen in dem Lehm, an allen Seiten und in allen Höhen der Wände.

So entstehen ca. 12 Meter hohe, von den Röhrchen durchbrochene  Wände, in deren Mitte die Baumstämme sind.

Oben bleibt der Bau offen.

Dann zündet er die Baumstämme an, köhlert sie – und trocknet die Lehmwände.
Nach einigen Tagen entsteht ein gebogener Innenraum; die Wände sind Abbilder der Stämme; die Atmosphäre ist unglaublich.

Dass, was gerade beschrieben wurde ist nicht ein Bau von sogenannten primitiven Kulturen, entstanden in grauer Vorzeit.
Gut zehn Jahre ist es her, dass der Schweizer Stararchitekt Peter Zumthor in der Nähe von Mechernich (Eifel) die Bruder Klaus Kapelle erbaut hat.
Ein Nebenprodukt von Kolumba, dem Kölner Diözesanmuseum.

Wenn Sie mal in Wachendorf vorbei kommen sollten, lohnt es sich, dieses Bauwerk aufzusuchen.
Dabei werden Sie vermutlich nasse oder schmutzige Füße bekommen.
Aber dann können Sie die Urtümlichkeit mit Händen greifen, den vergangenen Rauch riechen und lassen sich in diesem Gotteshaus nassregenen und denken:

Das ist es!

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