Erstkommunion auf den Punkt gebracht

Da sind 11 Kinder und ihre Mütter zum Üben für die Erstkommunion gekommen.
„Eine nette Gruppe, mit engagierten Eltern!“ wurde mir vorher von der zuständigen Gemeindereferentin versichert.

Vorher hab ich gedacht:
„Gott sei Dank! – Mit Erskommunion hast du nach 26 Jahren mit diesem Fest nichts mehr zu tun.“

Doch schon beim Üben merkte ich, dass das nur teilweise stimmt.

Schön ist, abgesehen von der Kommunionfeier und dem Üben, keine Verantwortung für das ganze Projekt und seinen möglichen Auswirkungen zu haben.

Ich muss mich ’nicht anstrengen‘, damit möglichst viele Familien über diesen Tag hinaus in der Kirche mitmachen.
Ein gutes Gefühl, nur punktuell beteilgt zu sein.

Und dann sind da Kinder und Eltern, die zumindest eine schöne Feier wollen.
Ich erlebe beim Singen, beim Aufgabenverteilen und beim Üben
eine Solidarität, ein Mitdenken, die mich aufmerken lässt.

Dann kommt der Tag. 

Die Kinder tragen unter den Kutten der Gemeinde ihre Festkleider.
Schauen erwartungsfroh. Sind aufgeregt.

In der Kirche ist alles vorbereitet:
Angehörige, die Musik machen, sogar ein Trompeter ist da.
Acht Messdiener kommen. Lassen erkennen, dass das heute ein besonderer Tag ist.

‚Der schönste Tag im Leben des Kindes bestimmt nicht !‘- aber ein schöner, ein außergewöhnlicher Tag.

Dann geht es genau um das Umgekehrte, dass wir Tag für Tag erleben:
Nicht Perfektion, Ästhetik, Feierlichkeit – sondern ein kleines Stückchen Brot.

Ich glaube, die Kinder haben heute verstanden, dass es um die Verbindung mit Jesus geht, der ihr Vorbild sein soll; der ihre Handlungen beeinflussen soll, hin zu einer besseren Welt.

„Und wenn ich etwas falsch mache?“ –
„Wir sind hier nicht beim ‚Supertalent‘, bei Dieter Bohlen, dessen Sendungskonzept darauf abzielt, Menschen vorzuführen. Du kannst einen Fehler machen. Du kannst auch alles flasch machen. Peinlichkeit gibt es hier nicht. wir feiern Erstkommunion.“ 

Auf den Punkt gebracht:
Ich möchte mich davon verabschieden, alles Besonders und Perfekt zu machen.
Es lohnt, die Menschen, die da sind zu begleiten, ihnen von Jesus zu erzählen, der will, dass wir Menschen sind die ihre Welt liebenswerter machen.
Kein Zynismus, keine vergebene Liebesmühe heute Morgen;
nein, Bausteine, die so unterschiedlich wie die Menschen sind.

Es muss mir nicht alles gefallen.

Aber etwas. Und das NUR für HEUTE.

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