Rassismus – Die Erfindung von Menschenrassen

Unter diesem Titel findet im Dresdener Hygiene-Museum eine Ausstellung statt.
Ich finde das anfragend, weil ich immer wieder feststelle, wie weit Denken, Sprechen und Handeln vom ‚in Schubladen-Stecken‘ geprägt ist.
Wenn das weiter bedacht wird, findet sich eine Quellen für dieses Denken im Rassismus.
Ich finde die Ausstellung mutig, weil sich das Hygiene-Museum mit seiner eigenen Geschichte auseinandersetzt:
So sollte es in der dreißiger und vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Rassentheorien der Nazis untermauern.

Im Ausstellungskatalog gibt es einen Artikel, der die Geschichte des Rassismus aufgreift und ihn bis Heute wirksam sieht:

  1. Rassismus bezeichnet Zweierlei:
    Eine bestimmte Form des Handelns und eine bestimmte Form des Denkens.
  2. Die geschichtliche Entwicklung zeigt, dass eine Aufteilung in rassistisches Handeln und rassistisches Denken wenig hilfreich ist. Vielmehr führt ein bestimmtes Denken zu Handlungen.
  3. In Zeiten unsicher gewordener Ordnungen und Grenzen und von unsicherer Zugehörigkeit bietet der Rassismus die Möglichkeit, die hergebrachte Zugehörigkeit theoretisch neu zu bedenken und praktisch wieder herzustellen.
  4. Der Rassismus hält ein bestimmtes Wissen darüber bereit, was Menschen tun müssen, um in ihrer Art zu überleben. Dieses Wissen rechtfertigt und leitet zum Handeln an.
  5. Dieses Denken hat wenig mit der Wirklichkeit oder mit der Erfahrungen zu tun, sondern es erschafft ein ‚Bild von der Welt‘, wie sie ‚von Natur aus‘ sein sollte.
  6. Rassistische Weltbilder haben oft den Charakter einer Verschwörungstheorie.
  7. Zunächst war der Begriff ‚Rasse‘ in der Pferdezucht präsent, wurde dann aber auf Menschengruppen angewandt.
  8. Im Mittelalter trat neben der „Reinheit des Glaubens“ auch die „Reinheit des Blutes“, z.B. bei der Re-Christianisierung Spaniens.
  9. Das Konzept der ‚Rasse‘ entwickelte sich. Es wurde ein zusätzliches Kriterium der Feststellung von unübersichtlicher gewordenen Gruppenzugehörigkeiten.
    Es half, eine sozial und politisch unsicher gewordene Ordnung zu stabilisieren und zu vereinheitlichen.
  10. Im 18. Jh. hat der Rassismus rechtfertigende Funktion. Er widerspricht dem Konzept der Aufklärung: Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit,
    der globalen Gleichbehandlung.
    Die Machtverhältnisse zwischen den kolonisierenden Europäern und kolonisierten außereuropäischen Kulturen stehen im Gegensatz zur  Aufklärung.
  11. Im 19. Jh. wird die Ungleichbehandlung durch einen ‚Zivilisierungsauftrag‘ gerechtfertigt, der die Höher- und Minderwertigkeit von Menschengruppen beinhaltet.
  12. Das Prinzip des ‚Konkurrenzkampfes aller natürlichen Evolution‘ wurde von Chrarles Darwin formuliert und später auf Menschen übertragen.
  13. Die Folge ist der ‚Rassenkampf‘ zur Erzeugung von besseren und neuen Rassen. Dieser fordert die Vernichtung  „des Fremden“ oder „des Anderen“.
  14. Die bloße Existenz anderer Rassen wird zur Gefahr, die bekämpft werden muss.
    Die Vernichtungspolitik der Nazis schließt sich an.
  15. Heute ist der Begriff ‚Rasse‘ gesellschaftlich umstritten, aber die Idee,
    dass ‚Andere‘ und ‚Fremde‘ durch ihre bloße Nähe das ‚Eigene‘ gefährden,
    und dass man dem nur durch Ausgrenzung begegnen kann,
    wird mit vielem politischem, medialem und auch wissenschaftlichem Aufwand populär gemacht.
  16. Zu glauben, dass das nichts mit Rassismus zu tun hätte, weil das Wort ‚Rasse‘ nicht auftaucht und man in ‚anderen Zeiten‘ lebt, ist voreilig.
  17. Rassismus ist eine der langlebigsten und anpassungsfähigsten Ideologien der Moderne,

Geschichte: In den Schuhen Jesu

In dieser Woche
begegnete ich einer katholischen Christin, diein den 70’ Jahren in Russland geboren und letztes Jahr vor Weihnachten hier getauft wurde.

Sie möchte viel vom Glauben ‚lernen‘, sucht Menschen,
die mit ihr die Bibel lesen und das Gelesene besprechen,
doch die Suche ist sehr schwer.

Wunderlich ist,
dass sie an den Füßen zwei verschiedene Schuhe trägt.

Darauf angesprochen erklärt sie, dass sie die beiden unterschiedlichen Schuhe daran erinnern, dass sie sich verbunden mit Jesus Christus fühlt.
Sie werde von ihm getragen.
Und laufe sozusagen in dem Schuh Christi.
Der eine Schuh stehe für das Göttliche,
der andere für das Menschliche.

Beides sei in ihr zu finden.